Zur Geschichte

Seit Anfang 2013 interessierte sich André Burdack, ein Unternehmer aus der Region mit Wurzeln aus Gollmitz, für das ehem. Sägewerk und übernahm es schließlich Ende 2019 und wird dieses gemeinsam mit seinem Onkel Gisbert Burdack, der noch heute im Ort wohnt, entwickeln.

„Die große freistehende Halle bietet ausreichend Raum für neue Ideen“, erzählt André Burdack und kreist mit den Armen durch die Luft. Vor seinem geistigen Auge beleben wieder Menschen das ehem. Sägewerkgelände. Bevor dies jedoch geschieht, sind noch Behördengänge von Nöten. Wie er sagt, soll der Aufbau im Sommer dieses Jahres starten.

Doch noch beherrschen eine dicke Staubschicht, lose Kabelleitungen, zerbrochene Dielen und alte Sicherungskästen die Szenerie in der Halle. Die Zeit hat an dem Betriebsgebäude ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Glasscherben, Türen und Holzplatten liegen unbeachtet auf dem Boden. Metall- und Holzschränke sind die letzten stummen Zeugen einer einstigen regen Arbeiterschaft. „Doch für 15 Jahre Stillstand ist das hier alles noch recht gut in Schuss“, sagt der Unternehmer und stubst zum Beweis eine alte Holztransportlore mit dem Fuß an. Ohne sich zu widersetzen rollt sie auf den Schienen ein Stück vor. Diese will André Burdack auch erhalten. „Als Erinnerung an einstige Sägewerktage“, sagt er. Mit Schienen kenne er sich aus.

André Burdack studierte Schienenfahrzeugtechnik an der TU Berlin. 2015 war er mit dem Studium fertig. Doch bis zur Eröffnung des Gebäudes ist noch Arbeit nötig. „Der Fußboden muss komplett entfernt und erneuert, das Wasser- und Heizungssystem in Gang gebracht werden. Die Sanitäranlagen benötigen eine Überholung. Die Grundsanierung wird einiges kosten“, rechnet André Burdack vor. Hinzu kam der Preis für das Grundstück mit der Halle. „Die Halle ist ca. 350 Quadratmeter groß, der angrenzende Büro- und Wohnbereich noch einmal ca. 150 Quadratmeter. Viel Platz für neue Ideen und Personal“, erzählt André Burdack und fügt an, dass vorerst zwei Mitarbeiter in Gollmitz eingestellt werden sollen. Mit seinem Onkel Gisbert Burdack betreibt er mittlerweile das Gelände. „Meine Schwester hat hier Ende der 80er-Jahre als Betriebsleiterin gearbeitet“, sagt er. „Hier stand ihr Schreibtisch“, sagt Gisbert Burdack und stellt sich mit dem Rücken an die weiße Wand eines Raumes im Anbau. Dieser sei noch kurz vor der Wende hinzugekommen, weiß er. „Und auch ich war im Sägewerk kurz als Wachschutz aktiv“, erzählt Gisbert Burdack. „Bis 1990 gehörte das Sägewerk zum VEB Vereinigte Sägewerke Finsterwalde. Anfang der 90er Jahre übernahm es Wolfram Stanisch.“ Gisbert Burdack wohnt noch in Gollmitz. „Das Sägewerk gibt es hier im Ort seit 1936 und ist wahrscheinlich im Zuge des Autobahnbaues entstanden. Es lieferte damals vermutlich die Holzschalungen für den Bau. Heute ist es leider eine Industriebrache“, sagt der Gollmitzer. Er freue sich, dass im alten Sägewerk bald wieder Leben einzieht. „Es gehört doch auch zur Geschichte des Ortes.“